Brunei – der Ort des Friedens

Das winzige Sultanat Brunei Darussalam liegt ganz im Norden von Borneo. Es ist eine absolute Monarchie mit dem Sultan von Brunei als Staatsoberhaupt. „Darussalam“ ist arabisch und bedeutet so viel wie „Der Ort des Friedens“ und bezeichnet nach islamischen Verständnis jeden Staat, dessen Gesetzgebung sich am islamischen Recht, der Scharia, orientiert.

Brunei

Soweit wir das beurteilen konnten ist Brunei noch recht liberal, im Vergleich zu vielen anderen arabischen Ländern. Dass es ein islamischer Staat ist, haben wir vor allem daran gesehen, dass alkoholische Getränke und Schweinezucht verboten sind (beides wird von den chinesisch-stämmigen Einwohnern aber teilweise umgangen), viele Frauen ein Kopftuch tragen (allerdings nicht alle, außerdem ist das in vielen Regionen in Malaysia auch der Fall) und dass die Moschee in der Hauptstadt das höchste Gebäude ist (bei einem Bankgebäude, welches höher war, musste angeblich das oberste Stockwerk wieder abgerissen werden).

Bandar Seri Begawan

Von Sabah aus erreicht man Brunei am besten mit der Fähre, von der Hafenstadt Muara aus kann man dann mit dem Bus in die Hauptstadt fahren. Wir sind erst relativ spät in der Hauptstadt Bandar Seri Begawan angekommen und mussten zuerst einmal feststellen, dass alles teurer ist als in Thailand und Malaysia. Zum Glück gab es direkt gegenüber von unserem Hotel einen kleinen Park mit einer großen Auswahl an Ständen und offenen Restaurants.

Am nächsten Tag war mal wieder Regen angesagt, was uns aber nicht davon abhielt, die Stadt und das Umland zu erkunden. Auffällig war sofort, wie gut die Straßen und Gebäude gepflegt waren. Den Wohlstand hat Brunei vor allem den Erdöl- und Erdgasvorkommen zu verdanken.
Auf der Flucht vor dem Regen besuchten wir als Erstes das Royal Regalia Museum, ein riesiges pompöses Gebäude, in dem die Geschenke ausgestellt werden, die dem Sultan zur Krönung und während seiner Amtszeit gemacht wurden. Am interessantesten waren aber die Ausstellungsstücke von der Krönung des Sultans: unter Anderem konnten wir eine goldene Hand bewundern, die während der Krönungszeremonie den Kopf des Sultans stützte (daraus könnte man schließen, dass
die Zeremonie sehr langweilig ist oder zumindest sehr langwierig ;))
Danach liefen wir zur Hafenpromenade und nahmen von dort aus ein Wassertaxi um die Wasserstadt „Kampung Ayer“ zu erkunden. Angeblich die größte Wasserstadt der Welt, gibt es dort u.a. eine Feuerwehr, eine Polizeistation, Moscheen und 9 Schulen. Unser Bootsführer brachte uns außerdem zu einer kleinen Insel etwas außerhalb der Stadt, wo wir endlich die berühmten (ziemlich hässlichen) Nasenaffen sehen konnten, die es nur auf Borneo gibt. Außerdem konnten wir während der Fahrt ein Krokodil erspähen. Auf dem Ausflug wurden wir zwar mal wieder ziemlich nass, es hat sich aber auf jeden Fall gelohnt…
Abends haben wir uns auch noch einmal die riesige, sehr beeidruckende, Omar Ali Saiffudien Moschee bei Nacht angeschaut.

Nach 2 Nächten in Brunei ging es dann mit der Fähre zurück auf die Duty-Free-Insel Labuan in Malaysia, von wo aus wir am Abend zurück nach Kuala Lumpur flogen.

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