Kapiti Island – Ausflug ins Vogelparadies

Die letzten Wochen sind wie im Fluge vergangen. Wir sind aus unserer WG in eine eigene kleine Wohnung in der Oriental Bay gezogen, Martin hat seinen Geburtstag gefeiert und am selben Tag einen neuen Job angefangen und wir haben viele kleinere und größere Wanderungen rund um Wellington gemacht.

Ein Wochenendausflug

Am letzten Wochenende ging es nach Kapiti Island, einer Insel vor der Kapiti Küste nordwestlich von Wellington gelegen. Obwohl Kapiti Island nur eine Viertelstunde mit dem Schnellboot vom Festland entfernt ist, ist es eine Welt für sich. Hier leben noch (oder genauer gesagt wieder) viele der zahlreichen, auf dem Festland schon längst ausgerotteten, neuseeländischen Vogelarten. Zum Beispiel der Takahe, von dem man seit Ende des 19. Jahrhunderts dachte er sei ausgestorben und der erst 1948 wieder entdeckt wurde (es gibt nur so wenige, dass jeder einzelne Takahe registriert ist und einen Namen hat). Unser Hauptmotiv für den Besuch der Insel war allerdings der neuseeländische Nationalvogel – der Kiwi. Und zwar gibt es auf Kapiti Island die kleinste Art, den little spotted Kiwi und den wollten wir einmal live sehen.

In der Kapiti Island Nature Lodge

Nach unserer Ankunft auf der Insel am Samstagnachmittag ging es dann erst mal in unsere Lodge wo wir mehr über die Vogelwelt auf der Insel gelernt haben und unsere Taschen auf Nagetiere durchsuchen mussten. Der Grund dafür ist, dass die Insel komplett Säugetier-frei gehalten wird (bis auf wenige Menschen, Fledermäuse und Robben, falls die mal an Land kommen). Denn Säugetiere gab es vor der Ankuft der Menschen in Neuseeland nicht und sie sind Schuld daran, dass seitdem mehr als 40% der neuseeländischen Vogelarten ausgestorben und immer noch sehr viele bedroht sind. Deshalb wäre auch die kleinste Maus, die versehentlich auf die Insel gelangt und sich dort vermehrt eine Katastrophe für Kapiti Island.

Vor dem Abendessen haben wir noch einen schönen Spaziergang über den Nordteil der Insel und am Strand entlang gemacht und dann gab es leckeren Wein in der Lodge. Unsere Gastgeber war eine Maorifamilie, die seit vielen Jahrzehnten auf der Insel lebt und es sich zum Ziel gemacht hat mit der Kapiti Island Nature Lodge ihren Beitrag zur Erhaltung der Tierwelt zu leisten und ihr Wissen gerne mit Besuchern teilt.

Überraschender Besuch

Gerade in dem Augenblick als die Suppe angerichtet wurde, wurden wir auf einmal nach draußen gerufen – auf dem Gelände der Lodge wurde ein Kiwi gesehen! Ganz leise machten wir uns auf den Weg zu der Stelle und konnten ihn uns tatsächlich im Licht einer roten Taschenlampe von ganz Nahem anschauen! Danach wurde uns gesagt, dass selbst die meisten Neuseeländer noch nie einen Kiwi in freier Wildbahn gesehen haben, wir können uns also glücklich schätzen. Kiwis können nicht fliegen, nicht besonders gut sehen und scheinen auf den ersten Blick nur aus Po und Schnabel zu bestehen. Tagsüber vergraben sie sich in Erdhöhlen und kommen erst nachts raus, indem sie ihren Schnabel wie einen Blindenstock nutzen und sich vorantasten. Nach einigen Minuten watschelte der Kiwi dann wieder zurück in die Büsche.

Für uns gab es dann ein hervorragendes Abendessen und eine Nachtwanderung, bei der wir nach Kiwis suchen sollten. Allerdings hatten wir unser Glück an dem Abend schon aufgebraucht und wir sahen sie, wenn überhaupt, nur noch flüchtig durch die Büsche hüpfen und hörten sie rufen. Die Nacht verbrachten wir in einem Luxuszelt und wurden in der Nacht mehrmals von Zwergpinguinen geweckt, die ganz nah an unserem Zelt ihr Nest hatten. Zu sehen bekamen wir sie aber leider nicht.

Am nächsten Tag haben wir dann eine Wanderung auf einen der höchsten Gipfel der Insel gemacht und wurden mit wunderschönen Blicken über Kapiti Island belohnt – wir kommen bestimmt wieder!

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